ÜBER SPRACHE

Posts mit dem Label Feldforschung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Feldforschung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 26. August 2014

Was nach dem Tod bleibt

12:18 Posted by uebersprache , , No comments
Dass mehr und mehr Sprachen bedroht sind und im Begriff sind zu sterben, sollte langsam in der Öffentlichkeit angekommen sein. Es wird davon ausgegangen, dass in ca. einem Jahrhundert nur noch ein Bruchteil von dem übrig sein wird, was wir als Sprachenreichtum der Erde bezeichnen.
Programme zur Stärkung oder sogar Revitalisierung von Sprachen sind eine gute Sache, doch der Sprachtod ist wegen zunehmender Globalisierung häufig nicht zu umgehen. Was also tun?

Nicht nur die Linguistik hat es sich in den letzten Jahren zur Aufgabe gemacht, sterbende Sprachen zu dokumentieren, um sie weiterhin erforschen zu können, ihr Kulturgut zu konservieren und zu archivieren. Dass Sprachen Träger des Kulturguts von Völkern ist, hat auch die UNESCO erkannt und will auf das Aussterben aufmerksam machen. Durch ihren Atlas of the World’s Languages in Danger sollen gefährdete Sprachen lokalisiert und ihr Vitalitäts-Grad sichtbar gemacht werden. Andere große Projekte zur Archivierung gehen zum Beispiel vom Max-Planck-Institut oder von der SOAS London aus.

Atlas of the World's Languages in Danger
Praktisch sieht Sprachdokumentation folgendermaßen aus: Ausgestattet mit Kamera und Mikrophon gehen Linguisten, aber auch Anthropologen etc., auf Feldforschung, zeichnen Gespräche, alltägliche Situationen usw. auf und annotieren und übersetzen die Aufnahmen mit Hilfe der Sprecher, um Bedeutung und Grammatik festzuhalten.

Es ist daher Aufgabe vor allem der Linguisten Sprachen und ihren Kontext zu dokumentieren, um sie auch für nachfolgende Generationen greifbar zu machen. Projekte wie zum Beispiel das Endangered Languages Project von Google lassen es aber mittlerweile auch zu, dass Laien Aufnahmen etc. online stellen können.

Mittwoch, 20. August 2014

Feldforschung - Trockenübung

18:08 Posted by uebersprache , No comments
Wer sich einmal als Feldforscher ausprobieren will, dem möchte ich zeigen, wie man leicht von zu Hause aus einen Einblick in die Materie bekommen kann. 

Die erste Aufgabe des Feldforschers, nachdem er sich Tonmaterial zum Beispiel durch Wortlisten gesichert hat, ist es, das Tonmaterial zu transkribieren. Eine einfache Möglichkeit ist es, die Tonspur mithilfe eines Bearbeitungsprogramms mit einer Textspur zu unterlegen. 

Und genau das können wir ausprobieren:
Im Internet kostenlos downloadbar ist das Programm Audacity, mit dem man Audiodateien aufnehmen, bearbeiten und mit Textspuren unterlegen kann.
An Tonmaterial kann man im Internet leicht über Youtube kommen. Am besten einfach ein Video in einer Sprache runterladen, mit der man sich schon ein wenig beschäftigt hat, damit die Arbeit für den Anfang nicht zu schwer wird. Um das Video als Tondatei zu speichern, kann man zum Beispiel das Programm ClipGrab verwenden, das ebenfalls kostenlos heruntergeladen werden kann.
Mit dieser Methode kann ganz einfach nicht vollständig verständliches Tonmaterial Wort für Wort auch mit verlangsamter Geschwindigkeit gehört und analysiert werden.
Viel Spaß beim Ausprobieren!